Lauter Himmelskörper und stille Post in der Poesie

Ein eher romantischer 133. Zungenschlag im Heidelberger Theater

Von Jutta Schneider

Irgendwas ist immer, aber was genau, steht in den Sternen. Naheliegend also, im Heidelberger Theater dem 133. Zungenschlag das Motto „Sonne, Mond und Sterne“ zu verpassen. Wer dabei die Sonne war, ist unschwer zu erraten: Auf einem Segway herein rollend und mit Strahlenkranz auf dem Kopf ging sie auf – Frau Warth, „Assistänzerin“ von Gastgeber Axel Naumer, dem sie einen Lampion in die Hand drückte und ihn so zum Mond machte. Da weder ihr Horoskop für ihn noch ihre Erläuterungen zu Sonnen- und Mondfinsternis Erhellendes bieten konnten, musste ein Star und Sternenexperte ersten Ranges her. Und es kam kein Geringerer als Prof. Joachim Wambsganß, Direktor des Astronomischen Instituts der Universität. „Lauter Himmelskörper und stille Post in der Poesie“ weiterlesen

Die Queen flieht vor Trump

Vieles über die „Schöne neue Welt“ beim 132. Zungenschlag

Von Jutta Schneider

Wird unsere neue Welt virtuell simuliert, wie Bernhard Bentgens im Heidelberger Theater mittels „Protestsong“ als Reminiszenz an 25 Jahre „Zungenschlag“ überlegte? Vermutlich haben wohl immer mehr Leute einen an der Klatsche, befand Gastgeber Axel Naumer. Und Thomas C. Breuer wusste auch gleich, warum: Hirnvergrößerung ist mit plastischer Chirurgie nun mal nicht zu machen. Aus dem Off folgte ein passendes Statement der Queen: Sollte Donald Trump Großbritannien als Staatsgast heimsuchen, verschwindet sie auf ihren Sommersitz nach Schottland, schickt alle ihre Kutschen zum TÜV und die Pferde zum Schmied. Gute Idee. „Die Queen flieht vor Trump“ weiterlesen

Den Finger in die Wunde gelegt

25 Jahre Zungenschlag. SWR zum Jubiläum leider ausgestiegen

Von Jutta Schneider

Als vor 25 Jahren, am 12. Januar 1992, im Deutsch-Amerikanischen-Institut in Heidelberg die erste Veranstaltung mit Namen „Zungenschlag“ erfolgreich über die Bühne ging, hätte niemand zu träumen gewagt, dass sich diese „KabarettMusikTalkTheaterImprovisationsSpielSpaßShow“ ein Vierteljahrhundert später noch immer solch großer Beliebtheit erfreut. „Den Finger in die Wunde gelegt“ weiterlesen

Heitere Sparmaßnahmen

Ein sparsamer „Zungenschlag“ im Heidelberger Theater?

Von Jutta Schneider

Der musikalische Einstieg „Chicago“ mit Sängerin Nina Wurman, nur durch wenige funzelige Glühbirnen im Maguerresaal beleuchtet, und die auf Piano und Bass reduzierte Band „Schlag auf Schlag“ ließen das Motto des Abends bereits erahnen: Sparsam ging es zu beim 130. „Zungenschlag“ im Heidelberger Theater – aber zum Glück nur thematisch. „Heitere Sparmaßnahmen“ weiterlesen

Der Körper braucht Luft

Sommerliches beim 129. Zungenschlag im Heidelberger Theater

Von Jutta Schneider

Das Abendmotto sollte eigentlich „Sommer” lauten, wie Zungenschlag-Gastgeber Axel Naumer das Publikum wissen ließ. Da die aktuellen Witterungsverhältnisse diesen Namen nicht verdienen, wandte sich das Team aber auch Themen zu, die uns derzeit sonst noch beschäftigen, z.B. Wetter und „Brexit”. Zu letzterem präsentierte Naumer dann auch gleich ein Telefon-Interview mit der Queen, worin sie sich – endlich – zu den unseligen Vorgängen in ihrem Lande ziemlich volksnah äußerte. Ob sie nun die alten familiären Bande nach Hannover reaktivieren will um Deutschland beizutreten? „Der Körper braucht Luft“ weiterlesen

Ordnung ist das halbe Leben

Heidelbergs Hippie-Zeiten, Österreicher und anderes beim 122. Zungenschlag im Heidelberger Theater

Von Jutta Schneider

Ordnung! Endlich ein „Zungenschlag“-Thema, das der „Assistänzerin“ von Moderator Axel Naumer, Frau Warth, ganz besonders entgegen kam, konnte sie doch gleich auf der Bühne mit einem Laubsauger Ordnung schaffen, Wäsche auf einer Wäscheleine ordentlich gebügelt(!) aufhängen oder sich über die unordentliche Frisur eines Zuschauers ereifern. „Ordnung ist das halbe Leben“ weiterlesen

Helmut vor, noch ein Tor

Der 121. „Zungenschlag“ im Heidelberger Theater: (Welt)Meisterlich, aber ohne Halbzeitgetränke

Von Jutta Schneider

Herrje, war da viel los beim 121. „Zungenschlag“ im Heidelberger Theater. Es schien, als wollte das bewährte Team um Gastgeber Axel Naumer gegen Russland-Belgien anspielen. Und das gelang, obwohl Assistänzerin Frau Warth (schon wieder!) durch Abwesenheit glänzte, aber wenigstens mit Videozuspielung präsent war. „Helmut vor, noch ein Tor“ weiterlesen

Die Stimmung stimmte

Ein-, mehr- und vielstimmig, der 120. Zungenschlag im Heidelberger Theater

Von Jutta Schneider

Hat es mit Christian Brückner die Synchronstimme von Robert de Niro zu Gast, und feiert der Heidelberger HardChor sein 25jähriges Bestehen, dann bleibt dem Zungenschlag-Team faktisch nichts anderes übrig – das Thema des Abends muss selbstverständlich lauten: „Stimmen“. „Die Stimmung stimmte“ weiterlesen

Bewohnte Lärmschutzmauer in der Bahnstadt

Grenzen aller Art beim 119. Zungenschlag im Heidelberger Theater

Von Jutta Schneider

Europas Sternenbanner flatterte mehrfach am Bühnenhimmel, damit schien das Motto des 119. Zungenschlages festzustehen: Europa. Oder doch nicht? Man habe sich letztlich angesichts der europäischen „Eingrenzung“ lieber für „Grenzen“ aller Art entschieden, erläuterte Moderator Axel Naumer. Und diese überschritt seine „Assistänzerin“ Frau Warth dann gleich in mehrfacher Hinsicht, nicht zuletzt, indem sie ihm dauernd ins Wort und dann auch noch einem Herrn in der ersten Reihe um den Hals fiel. Mit dem Auftritt der bulgarischen Trachtentanzgruppe „Syrtos“ kam aber doch noch ein bisschen Europa ins Spiel.

Bernhard Bentgens liess diesmal singen und begleitete dabei eine seiner Schülerinnen (Christina Houston, 9 Jahre alt) zum Song „Counting Stars“ am Piano; ihr Papa Brian ergänzte den Gitarrensound. Dabei entstand eine Atmosphäre wie in amerikanischen Kinder-Casting-Shows, wo kleine Mädchen einstudierte Gesten präsentieren. Grenzwertig… Immerhin, das Kind konnte schön singen.

Ansonsten wurde der Abend musikalisch wie immer bestens versorgt von der Zungenschlag-Band „Schlag auf Schlag“ und dem Gesang von „Triologie“ (Nina Wurman, Rosemie Warth und Bernhard Bentgens) mit „Imagine“, John Lennons geträumter Grenzenlosigkeit. Eines der Highlights des Abends.

In Optik und Sprechgeschwindigkeit dem gewitzten Wortakrobaten Hans-Dieter Hüsch ähnlich, erschien Theologe und Arzt Manfred Lütz zum Gespräch mit Axel Naumer am Stehtisch. Würden hier etwa Grenzen verschwimmen? Mitnichten! Hat der (linksrheinische) Psychiater als Klinikleiter in Köln-Süd nichts zu tun, so dass er auf Promotion-Tour für sein letztes Buch nicht nur das Zungenschlag-Publikum, sondern sogar die beiden lebenden Heiligkeiten in Rom beglücken muss? Bis zum Schlussapplaus war er leider nicht geblieben; vielleicht wartete schon die nächste TV-Talkshow?

Ein weiterer Abendgast war der junge Kabarettist Till Reiners mit allerhand intellektuellen Gedankengängen, die leider sehr auswendig gelernt und zäh rüberkamen, und mit denen er beim Publikum die Schmunzelgrenze kaum überschritt. Na ja, das kann ja noch werden.

Richtig lachen durfte das Publikum über Privatdetektiv Harry Stahl, den Protagonisten in Jean Michel Räbers Hörspiel, der es mit einer Leiche zu tun bekam, geknebelt mit Zeitungspapier, darauf ein Artikel über den Odenwald. Seine Recherchen – wie kann es anders sein – führten ihn grenzüberschreitend ins hessische Rimbach, wo er mafiöse Zustände aufdeckte.

Wortwitz pur kam zuverlässig auch bei diesem Zungenschlag von Thomas C. Breuer, der sich nicht nur Gedanken über die gefallene innerdeutsche Grenze machte, sondern auch über die bewohnte Lärmschutzmauer in der Bahnstadt als Demarkationslinie zwischen Heidelberg und Mannheim. Fazit: Hauptsache, die Schallgrenze bleibt stabil.

Im Zweifelsfalle: Lachen!

Graublütler an kultureller Futterstelle beim 118. Zungenschlag im Heidelberger Theater

Von Jutta Schneider

Verhaltensmaßregeln von Moderator Axel Naumer wie „Im Zweifelsfalle: Lachen!“ wären auch beim 118. „Zungenschlag“ im Heidelberger Theater nicht nötig gewesen. Denn das versteht sich ganz von selbst, wenn seine „Assistänzerin“ Frau Warth berichtet, in Waidmannskluft auf einem röhrenden Hirsch sitzend, was sie mit dem Fernglas im Zuschauerraum erspäht: eine Rotte Graublütler, die zur kulturellen Futterstelle kommen. „Im Zweifelsfalle: Lachen!“ weiterlesen

Wohin mit all den Büchern?

Der 117. „Zungenschlag“ im Heidelberger Theater

Von Jutta Schneider

Nun hat das Zungenschlag-Team doch schlappe 20 Jahre gebraucht, um in der Universitätsstadt Heidelberg auf das Abendmotto schlechthin zu kommen: Bücher! Die Stadt soll doch 1948 tatsächlich ausgeschlagen haben, Austragungsort der Buchmesse zu werden. Das wird wohl auch ein Literaturhaus nicht mehr wettmachen. Dennoch ist es nie zu spät, dem Publikum Literatur(produkte) näherzubringen, und so ging beim 117. Zungenschlag mit literarisch-geschmeidigem Wortwitz ein anspruchsvolles und kurzweiliges Programm über die Bühne. „Wohin mit all den Büchern?“ weiterlesen